Jagd auf „AI Slop“: Wie LinkedIn gegen KI-Texte vorgeht und was das für dein Marketing bedeutet

„In der heutigen, dynamischen Arbeitswelt ist es von entscheidender Bedeutung, Synergien zu nutzen...“ Hand aufs Herz: Wie oft hast du diesen oder ähnliche Sätze in den letzten Monaten auf LinkedIn gelesen?

Seit dem Boom von ChatGPT und Co. fluten seelenlose, roboterhafte Beiträge das größte Business-Netzwerk der Welt. Im Netz hat sich dafür bereits ein unschöner Begriff etabliert: AI Slop (übersetzt in etwa „KI-Schmaddel“ oder „KI-Müll“). Doch damit soll jetzt Schluss sein. LinkedIn verschärft seine Algorithmen spürbar, um die Plattform vor dem Content-Kollaps zu retten.

Wenn du für dein Personal Branding oder B2B-Marketing weiterhin auf Reichweite baust, solltest du die neuen Spielregeln und die typischen KI-Schreibmuster dringend kennen.

Was ist „AI Slop“ und warum greift LinkedIn durch?

Unter AI Slop versteht man massenhaft generierte, minderwertige KI-Inhalte, die keinen echten Mehrwert bieten, sondern Feeds verstopfen. LinkedIn hat ein massives Interesse daran, diesen Trend zu stoppen. Die Plattform lebt vom echten, professionellen Austausch zwischen echten Menschen. Wenn der Feed zur unpersönlichen Textwüste verkommt, springen die Nutzer ab.

Der LinkedIn-Algorithmus wurde deshalb darauf trainiert, typische KI-Fingerabdrücke zu erkennen. Beiträge, die diese Muster aufweisen, werden unauffällig, aber konsequent in ihrer Reichweite beschnitten (Shadowbanning).

Die Red Flags: Diese 5 KI-Schreibmuster straft der Algorithmus ab

Die künstliche Intelligenz schreibt standardmäßig in einer sehr spezifischen, fast schon „überhöflichen“ Art. Wer seine Prompts nicht extrem präzise anpasst, tappt unweigerlich in die KI-Falle. Achte auf folgende typische Erkennungsmerkmale:

  1. Phrasen-Drescherei zu Beginn: KI-Texte steigen fast immer gleich ein. Wenn dein Post mit Wörtern wie „In der heutigen digitalen Ära...“, „Es ist kein Geheimnis, dass...“ oder „Tauchen wir tief ein in...“ beginnt, schlägt der Spam-Filter sofort an.

  2. Das Buzzword-Bingo: Künstliche Intelligenzen lieben abstrakte Business-Floskeln. Typische Verdächtige sind: „bahnbrechend“, „revolutionär", „von entscheidender Bedeutung“, „Synergien maximieren", „ganzheitlicher Ansatz“ …

  3. Die unnatürliche Struktur: KI strukturiert Beiträge extrem symmetrisch. Oft siehst du eine kurze Einleitung, gefolgt von einer nummerierten Liste mit fetten Begriffen am Anfang jedes Stichpunkts, gefolgt von einem generischen Fazit und einer künstlich wirkenden Frage an die Community („Was denkt ihr darüber? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!“). Realer Content von echten Menschen ist meist unperfekter und organischer aufgebaut.

  4. Emoji-Overkill: Ein Emoji am Anfang jeder Zeile, um eine Liste zu strukturieren (bevorzugt Raketen 🚀, Glühbirnen 💡 oder Häkchen ✅), ist der klassische Text-Stempel von ChatGPT.

  5. Das Fehlen von „Ich“ und echten Daten: Eine KI hat keine eigenen Erfahrungen. Sie schreibt im Passiv oder in allgemeinen Weisheiten. Posts, die keine persönlichen Anekdoten, echten Learnings oder spezifischen Daten enthalten, werden algorithmisch als minderwertig eingestuft.

So nutzt du KI im Content-Marketing ab jetzt richtig

Bedeutet das, dass du KI komplett aus deinem Workflow verbannen musst? Absolut nicht. Aber du musst sie als Assistenten nutzen, nicht als Autopiloten.

  • So nicht:

    • Den kompletten Post per One-Click-Prompt generieren lassen und ungeprüft kopieren.

    • Generische, fehlerfreie und glattgebügelte Floskeln stehen lassen.

    • Allgemeine Branchen-Weisheiten teilen, die jeder kennt.


  • So schon:

    • Die KI nutzen, um eine Struktur aufzubauen oder Ideen zu brainstormen.

    • Den Text komplett im eigenen Sprachstil umschreiben und eigene Umgangssprache nutzen.

    • Eigene Fallstudien, Fehler, Erfolge und persönliche Meinungen einbauen

Unser Fazit

Die goldene LinkedIn-Regel: Der Algorithmus belohnt „Knowledge und Expertise“. Er will sehen, dass du über etwas sprichst, das du selbst erlebt oder erarbeitet hast.

Füttere deine KI vor dem Schreiben mit deinen Stichpunkten, deinen Daten und deinem spezifischen Case. Und am wichtigsten: Streiche beim Korrekturlesen jedes einzelne „bahnbrechend“ oder „in der heutigen Zeit“ gnadenlos aus dem Text. Deine Reichweite wird es dir danken.

Simona H.

Marketing

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